Hol die Diskussion weg von Meinungen und hin zum Problemstatement, denn die meisten Design-Uneinigkeiten sind eigentlich ungelöste Uneinigkeiten über den Nutzer oder die Randbedingung. Formuliert beide neu, was ihr glaubt, was der Nutzer erreichen will, einigt euch auf die Erfolgskriterien, und lass dann den Designer den Lösungsraum besitzen. Bleibt es geteilt und ist es teuer, es falsch zu machen, testet beides mit einer Handvoll Nutzer.
Warum Interviewer das fragen
Interviewer schätzen ein, ob du Handwerksgrenzen respektierst. Dem Product Manager gehört das Problem und das Ergebnis, dem Designer die Lösung, und Kandidaten, die Design-Entscheidungen nach Geschmack überstimmen, sind eine bekannte Reibungsquelle. Sie hören außerdem darauf, ob du Kontext statt Autorität einbringst und ob du einen billigen Stichentscheid hast, der nicht über Hierarchie läuft.
So baust du deine Antwort auf
- Rahme die Uneinigkeit als Lücke in der Problemdefinition neu.
- Schreibt gemeinsam Nutzer, Aufgabe und Randbedingungen auf.
- Gib beim Lösungsraum nach; besitz das Problem und das Ergebnis.
- Entscheide einen echten Gleichstand mit einem billigen Test statt über Dienstalter.
Beispielantwort
Fast jede Design-Uneinigkeit, die ich hatte, war am Ende eine Uneinigkeit über das Problem und nicht über die Pixel. Ich höre also auf, über die Lösung zu streiten, und wir schreiben beide auf, wer der Nutzer ist, was er erreichen will und unter welcher Randbedingung wir stehen. In der Hälfte der Fälle liegt die Lücke direkt vor uns. Sind wir danach immer noch uneinig, gebe ich nach, denn der Lösungsraum ist der Job des Designers und meiner ist das Problem und das Ergebnis. Die Ausnahme ist, wenn ich Informationen habe, die er nicht hat, etwa eine Randbedingung aus dem Vertrieb oder eine technische Grenze, und dann ist mein Job, ihm diesen Kontext zu geben, statt ihn zu überstimmen. Ist es wirklich unentschieden und teuer, es falsch zu machen, legen wir beides fünf Nutzern vor, das dauert zwei Tage und entscheidet es mit etwas anderem als Dienstalter. Das hat meine Meinung mindestens so oft geändert wie seine.
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So funktioniert esNachfragen, mit denen du rechnen solltest
- Was machst du, wenn die Lösung des Designers eine technische Randbedingung verfehlt?
- Wie gehst du damit um, wenn Engineering ebenfalls eine starke Meinung hat?
- Erzähl mir von einem Mal, als du bei einer Design-Entscheidung falsch lagst.
Weitere Fragen für Product Manager
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