Interviewfrage für Product Manager

Wie entscheidest du, was die Erfolgsmetrik für ein neues Feature sein soll?

Worauf der Interviewer abzielt, wie du deine Antwort aufbaust und ein gesprochenes Beispiel zum Anpassen.

Kurzantwort

Starte bei der Verhaltensänderung, die du erwartest, nicht bei dem, was leicht zu loggen ist. Nenn die konkrete Nutzeraktion, die das Feature häufiger machen soll, wähl eine Metrik, die sich nur bewegt, wenn diese Aktion passiert, und kombinier sie mit einer Guardrail-Metrik, die Schaden an anderer Stelle abfängt. Dann schreib die Zahl auf, bei der du es einen Fehlschlag nennst, vor dem Launch statt danach.

Warum Interviewer das fragen

Der Interviewer will sehen, ob du eine unscharfe Produktidee in eine falsifizierbare Behauptung übersetzen kannst. Schwache Kandidaten nennen eine Metrik, die immer steigt, etwa Gesamtnutzung, womit jeder Launch ein Erfolg ist. Starke wählen etwas, das wirklich scheitern kann, ergänzen eine Guardrail und legen sich vorab auf eine Schwelle fest. Es ist außerdem ein Proxy für intellektuelle Ehrlichkeit, weil eine vorab registrierte Scheiterlinie unangenehm ist und die meisten sie meiden.

So baust du deine Antwort auf

  • Starte bei dem konkreten Verhalten, das sich ändern soll.
  • Wähl eine Metrik, die tatsächlich in die falsche Richtung laufen kann.
  • Ergänz eine Guardrail-Metrik für Kollateralschäden.
  • Leg dich vor dem Launch auf die Scheiterschwelle fest.

Beispielantwort

Gesprochenes Beispiel, erste Person

Ich starte bei dem Verhalten, das sich ändern soll, und ich schreibe die Metrik auf, bevor wir bauen, denn nach dem Launch werden alle sehr kreativ darin, was als Erfolg zählt. Für ein Feature, das Leute dazu bringen soll, am ersten Tag Daten zu importieren, ist die Metrik also der Anteil neuer Accounts, die in ihrer ersten Session einen Import abschließen, und nicht die Anzahl der Importe, denn die Anzahl steigt schon, wenn unsere schwersten Nutzer zweimal importieren. Dann ergänze ich eine Guardrail. Bei dem Fall war das das Volumen der Support-Tickets, denn ein schlechter Importer erzeugt Tickets, während die Abschlusszahl noch gut aussieht. Und ich schreibe die Scheiterlinie explizit hin: unterhalb einer bestimmten Zahl nach vier Wochen rollen wir es zurück statt daran zu iterieren. Das aufzuschreiben ist der ganze Trick, weil es das Launch-Review in eine Entscheidung verwandelt statt in eine Debatte darüber, ob zehn Prozent gut waren oder nicht.

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So funktioniert es

Nachfragen, mit denen du rechnen solltest

  • Welche Guardrail-Metriken nutzt du am häufigsten?
  • Wie lange wartest du, bevor du einen Launch beurteilst?
  • Was machst du, wenn sich die Metrik bewegt, du sie aber nicht zuordnen kannst?

Weitere Fragen für Product Manager

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