Interviewfrage für Machine Learning Engineer

Entwirf ein Retrieval-Augmented-Generation-System über unsere interne Dokumentation. Was sind die beweglichen Teile?

Worauf der Interviewer abzielt, wie du deine Antwort aufbaust und ein gesprochenes Beispiel zum Anpassen.

Kurzantwort

Dokumente einlesen und mit strukturbewusstem Splitting chunken, die Chunks embedden und in einem Vector Store zusammen mit Metadaten fürs Filtern indexieren. Zur Query-Zeit die Frage embedden, Kandidaten abrufen, optional mit einem Cross Encoder reranken, dann einen Prompt mit den gefundenen Passagen und Quellenangaben bauen. Retrieval und Generierung getrennt evaluieren und den Index frisch halten, wenn sich Dokumente ändern.

Warum Interviewer das fragen

RAG ist gerade das meistgebaute angewandte ML-System, Interviewer wollen also wissen, dass du es als Engineering-System und nicht als Demo durchdenken kannst. Sie hören auf Chunking-Strategie, eine Reranking-Stufe, Metadaten-Filter und vor allem auf getrennte Evaluation von Retrieval und Generierung, weil die meisten RAG-Fehler Retrieval-Fehler sind, die als schlechtes Modell fehldiagnostiziert werden.

So baust du deine Antwort auf

  • Geh den Offline-Pfad durch: chunken, embedden, indexieren, mit Metadaten.
  • Geh den Online-Pfad durch: embedden, abrufen, reranken, Prompt bauen.
  • Besteh darauf, Retrieval getrennt von der Generierung zu evaluieren.
  • Deck Frische, Berechtigungen und Quellenangaben ab.

Beispielantwort

Gesprochenes Beispiel, erste Person

Offline chunke ich nach Struktur statt nach fester Zeichenzahl, damit Überschriften und Abschnitte intakt bleiben, mit etwas Überlappung, damit ein Satz über einer Grenze nicht verloren geht. Jeder Chunk bekommt ein Embedding plus Metadaten: Quelle, Abschnitt, letzte Änderung und Zugriffsgruppe, denn Berechtigungen müssen beim Retrieval durchgesetzt werden und nicht dadurch, dass man das Modell nett darum bittet. Das geht in einen Vektorindex, daneben ein Keyword-Index, weil hybride Suche bei internen Docs voller Fehlercodes und Produktnamen, mit denen Embeddings schlecht umgehen, durchgängig besser ist als reine Vektorsuche. Online embedde ich die Query, hole vielleicht fünfzig Kandidaten, ranke sie mit einem Cross Encoder auf fünf oder sechs herunter und baue dann den Prompt mit diesen Passagen und der Anweisung, sie zu zitieren und klar zu sagen, wenn der Kontext die Frage nicht abdeckt. Worauf ich bestehe, ist die getrennte Evaluation. Ich baue ein Set echter Fragen mit bekannten korrekten Quelldokumenten und messe Recall at k fürs Retrieval allein. Meistens hat das Retrieval den richtigen Chunk nie hochgeholt, wenn eine Antwort falsch ist, und dagegen hilft keine Prompt-Arbeit.

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So funktioniert es

Nachfragen, mit denen du rechnen solltest

  • Wie würdest du für einen gegebenen Korpus eine Chunk-Größe wählen?
  • Was machst du, wenn der abgerufene Kontext sich selbst widerspricht?
  • Wie hältst du den Index synchron mit Dokumenten, die sich täglich ändern?

Weitere Fragen für Machine Learning Engineer

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