Ein p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit, Daten mindestens so extrem wie deine zu sehen, falls die Nullhypothese stimmt. Er ist nicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Null wahr ist, und auch nicht die Wahrscheinlichkeit, dass dein Ergebnis echt ist. Ein p von 0,03 heißt: In einer Welt ohne Effekt würden Daten dieser Größenordnung in drei Prozent der Fälle auftauchen.
Warum Interviewer das fragen
Ein falsch gelesener p-Wert ist der häufigste Weg, wie ein Data Scientist eine falsche Entscheidung durchdrückt, und das passiert meist laut im Meeting. Der Interviewer testet, ob du die Definition unter Druck sauber hältst und ob du übersetzen kannst, ohne den Stakeholder anzulügen oder zu ertränken. Oft kommt direkt die Nachfrage, was ein Konfidenzintervall zusätzlich liefert, also halt das bereit.
So baust du deine Antwort auf
- Nenne die formale Definition in einem sauberen Satz.
- Sag ausdrücklich, was er nicht ist, denn genau das ist der Denkfehler im Raum.
- Übersetze es in einen Satz, den ein Product Manager nachsprechen kann.
- Zeig auf Effektgröße und Intervall als die Zahlen, nach denen gehandelt wird.
Beispielantwort
Ich würde es so sagen: Der p-Wert beantwortet genau eine enge Frage, nämlich wie überraschend diese Daten wären, wenn das Feature überhaupt nichts bewirkt. Wenn er bei 0,03 liegt, dann würden wir in einer Welt ohne jeden Effekt trotzdem etwa drei von hundert Malen einen Ausschlag dieser Größe sehen. Mehr sagt er nicht. Er ist keine Drei-Prozent-Chance, dass die Null stimmt, und schon gar keine Siebenundneunzig-Prozent-Chance, dass das Feature funktioniert. Danach hole ich sie da weg, weil er für sich genommen ein schlechtes Entscheidungswerkzeug ist. Ich zeige stattdessen Effektgröße und Konfidenzintervall: Der Lift ist 1,2 Prozent, plausible Spanne 0,1 bis 2,3 Prozent. Damit wird aus der Frage ist das echt die Frage ob sich die kleinstmögliche Version davon zu bauen lohnt. Ich hatte Launches, bei denen p unter 0,05 lag und das Intervall trotzdem einen Lift enthielt, der zu klein war, um die Engineering-Kosten zu decken, und genau das ist das Gespräch, das sich lohnt.
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So funktioniert esNachfragen, mit denen du rechnen solltest
- Was bedeutet dann ein 95-Prozent-Konfidenzintervall wirklich?
- Wenn wir denselben Test zweimal laufen lassen und p gleich 0,04 und p gleich 0,06 bekommen, was folgerst du daraus?
- Wie erklärst du derselben Zielgruppe statistische Power?
Weitere Fragen für Data Scientist
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